Sonntag, 27. November 2016

Vergleichsfahrt

Kilometer (Transalp) 44307 bis 44363
und (R1100RT) 40968 bis 41024


Vor die Alternative gestellt die Batterie der Transalp auszubauen um sie am Ladegerät aufzuladen oder einfach 20 Minuten mit dem Motorrad zu fahren, habe ich mich für letzteres entschieden. Sie sprang willig an und ich hatte allerhand Spaß mit ihr die gewohnten Sträßchen im näheren Umfeld entlang zu fahren. Die 20-Minutenfahrt erstreckte sich letztlich doch auf fast eine Stunde.

Zuhause angekommen entschied ich mich spontan noch auf die dicke BMW zu steigen und exakt die gleiche Strecke gleich nochmal mit ihr zu fahren.
Ich kann nicht sagen, dass ich wesentlich weniger Spaß gehabt habe, aber das Gefühl ist ein völlig anderes. Mit der BMW fahre ich grundsätzlich schneller (ich merke immer erst später, dass ich schon so schnell bin), bremse massiv ab und bewege mich in den Kurven erheblich unsicherer als mit der Transalp. Mit letzterer bin ich viel geschmeidiger und gleichmäßiger unterwegs.

Erneut kam mir das Kurvenverhalten der BMW eher schwammig vor. Sie schwingt gewissermaßen nach in Kurven, weil sie so weich gefedert ist. Die Transalp bewegt sich dagegen wie auf Schienen. Dabei hat sie ja noch längere Federwege. Vielleicht liegts ja an der Gewohnheit.

Es sind eben doch Motorräder für ganz unterschiedliche Einsatzbereiche. Wenn ich beide behielte, käme die Transalp künftig auf kürzeren engeren Strecken zum Einsatz und die BMW auf Langstrecken mit Autobahn- und Schnellstraßenabschnitten.

Samstag, 26. November 2016

Die ersten Kilometer

(R1100RT) Kilometer 40802 bis 40874
und 40874 bis 40968

Mittwoch habe ich das Maschinchen abgeholt und bin damit die 70 Kilometer nach Hause äußerst vorsichtig und skeptisch gefahren. Das enorme Gewicht, eine gewisse Trägheit beim Lenken und die Kraftentfaltung aus diesem bullernden Boxermotor haben mich leichtgradig eingeschüchtert. Der anfängliche Respekt vor diesem Schiff ist nicht geringer geworden sondern hat sich eher in ein ungutes Gefühl von Überforderung verwandelt.

Zuhause angekommen war Rudi, mein Nachbar, der mich vor zwei Jahren ja zum Wiedereinstieg ins Motorradfahren verleitet hat, gleich Feuer und Flamme und schwang sich auf die Maschine zu einer Probefahrt. Die verlief auch einigermaßen zufriedenstellend. Lediglich an der Lenkung hatte er etwas auszusetzen. Entweder sei das Lenkkopflager zu stramm eingestellt oder es fehle Luft im Vorderrad.


Heute nun habe ich - nachdem ich meinen Motorradstellplatz neu arrangiert habe damit beide Maschinen im Trockenen stehen - selbst eine längere Fahrt unternommen. Wieder ist mir diese schwergängige Lenkung aufgefallen und ich habe - weil ich selbst ja auch etwas träg bin - erst nach etwa 50 Kilometern in Horb endlich mal die Luft geprüft. Es fehlten tatsächlich 0,7 bar im Vorderrad. Seit das wieder prall ist lenkt sich die schwere Maschine fast leichter als die Transalp.



Von Horb aus bin ich dann auf der Autobahn nach Herrenberg gefahren und habe dabei erschreckende Geschwindigkeiten erreicht. Es ist mit der BMW so, dass ich dort, wo ich mit der Honda 100 fahre, erst bei 120 auf den Tacho schaue. Auf der Autobahn ist die Reisegeschwindigkeit noch viel höher. Ermüdung, Rückenschmerzen oder Kribbeln in der rechten Hand, wie ich das von der Transalp her kenne, bleiben aus.

Gestern noch war ich so skeptisch, dass ich den Verkauf der BMW im Sommer zugunsten der Transalp in Betracht gezogen habe. Heute rückt der Verkauf der Transalp wieder viel weiter in den Bereich des Möglichen.

Ich bin mir nicht recht klar, ob ich die zusätzliche Sicherheit der BMW mit ihren guten Bremsen nicht mit einem zusätzlichen Risiko aufgrund der höheren Geschwindigkeiten bezahle. Spaß macht die Maschine aber schon sehr.

Mittwoch, 16. November 2016

Wechselstimmung

Nachdem ich nun seit ziemlich genau 2 Jahren und ca. 16.500 Kilometer mit der Transalp unterwegs bin zeichnet sich ein Wechsel ab. Es ist nicht so, dass mir die 50 PS der "Reiseenduro" zu wenig sind. Sie reichen problemlos. Was mir mehr Sorgen macht ist in erster Linie die schlappe Bremsanlage und der Wartungsaufwand mit der Kette.

Es hat sich gezeigt, dass ich mit so einer schweren Maschine ohnehin keine Schottersttraßen fahre (ganz abgesehen davon, dass die in unseren Breiten rar sind). Zudem fahre ich auf meinen häufigsten Fahrten - denen zur Arbeit und zurück - überwiegend Schnellstraße. Eine "richtige" / "erwachsene" Reisemaschine muß her. Ich habe mich für diese entschieden:


Die bessere Bremsanlage mit den beiden Scheibenbremse am Vorderrad muss künftig dann aber auch 90 PS und ca. 80 Kilo mehr bewältigen. Zu diesem Zweck wird sie von ABS unterstützt. Die Kardanwelle kommt sicher auch nicht gänzlich ohne Wartung aus, aber die gestaltet sich vermutlich etwas weniger aufwändig. Sorgen machen mir Berichte von Getriebeproblemen bei diesen Maschinen. Ich bin gespannt, ob ich davon auch betroffen sein werde.

Sobald die Witterung es zulässt hole ich das Maschinchen ab. Es hat gerade einmal 41.000 Kilometer zurückgelegt und quasi neue Reifen. Der Vorbesitzer läßt es angemeldet und vertraut mir, dass ich es, nachdem ich es hier habe, umgehend ummelde. Das mache ich selbstverständlich. Ich sehe schon mit leichtem Bangen und froher Erwartung der etwa einstündigen Fahrt entgegen.


Was ich mit der guten alten Transalp mache weiß ich noch nicht. Ich muss sie nicht gleich verkaufen. Müssen muss ich erfreulicherweise überhaupt nicht. Aber es wäre wenig vernünftig zwei Motorräder zu betreiben. - Sind Motorräder vernünftig?