Montag, 26. Dezember 2016

Zweiter Weihnachsfeiertag

Kilometer (R1100RT) 41322 bis 41403


Mit der BMW fahre ich deutlich lieber auf der Autobahn als mit der Transalp. So führte mich die heutige Batteriepflegefahrt über die Auffahrt Herrenberg über die A 81 bis nach Horb wo ich einen Cappuccino zu mir nahm und dann zurück durchs Neckartal. Ich war gut anderthalb Stunden unterwegs und habe etwas über 80 Kilometer zurück gelegt. Die Straßen waren überwiegend trocken.


Sonntag, 25. Dezember 2016

Batteriepflegefahrt

Kilometer: (Transalp) 44410 bis 44464


Meine heutige Fahrt führte mich über die übliche 54-Kilometer-Distanz, die mir geeignet erscheint die Batterie mal wieder richtig aufzuladen. Das Motorrad stand jetzt wieder volle drei Wochen zum Teil bei solidem Nacht- und gelegentlich auch Tagfrost. Da lässt die Batterie schon mal etwas nach. Es sprang allerdings klaglos sofort an und es war wieder mal ein reines Vergnügen mit dem mir inzwischen "leicht" vorkommenden Maschinchen über fast trockene Straßen zu kurven. Da wo die Straßen feucht waren (gelegentlich lag auch Laub auf der Fahrbahn) bin ich betont langsam und vorsichtig gefahren. Erfreulicherweise war wenig Verkehr auf meiner Rundstrecke über Rottenburg, Bad-Niedernau und Rangendingen.



Mittwoch, 14. Dezember 2016

Lochenpass

Kilometer (R1100RT) 41197bis 41319

Es war eigentlich eine richtig blöde Idee an diesem einigermaßen sonnigen Dezembermittwoch (den ich mir mit Blick auf den Wetterbericht frei genommen hatte) eine Motorradfahrt zu unternehmen. Noch dazu mit der großen schweren Maschine, vor der ich immer noch einen enormen Respekt habe.

Ich hatte zwar bis zum Mittag gewartet bevor ich losfuhr, aber schon auf der Anfahrt über die B 27 musste ich feststellen, dass die schattigen Straßenpassagen noch ziemlich nass und - da wo wirklich lange kein Sonnenlicht hin gestrahlt hatte - auch irgendwie "glitschig" waren. Zweimal hatte ich das Gefühl, dass das Motorrad beim Überfahren von Straßenmarkierungen ein kleines Stückchen gerutscht war.


Trotzdem fuhr ich ziemlich stur die Strecke, die ich mir vorgenommen hatte: die B 27 bis hinunter nach Schömberg. Von da bog ich links ab nach Nussplingen und dann ging es - mit der tief stehenden Sonne im Rücken - hinauf an den Lochenpass. Gott sei Dank war nicht besonders viel Verkehr. Ein hinter mir fahrendes Auto ließ ich noch auf der Passhöhe vorbei bevor ich mich ganz langsam und vorsichtig den Pass hinunter tastete. Die Passkehren waren so feucht, dass ich große Bedenken hatte.

Der Lochenpass darf an Wochenenden von Motorrädern nicht befahren werden. Am Wegesrand fiel mir ein von einem Motorradreifen umkranztes Kreuz auf. Es ist kein Wunder, dass hier ein Fahrverbot besteht. Die verfügbaren Videos (inklusive "Crash) sprechen für sich.

Ich werde mir derartige Eskapaden künftig verkneifen und nur noch bei verlässlich trockenem Wetter unterwegs sein.

Sonntag, 27. November 2016

Vergleichsfahrt

Kilometer (Transalp) 44307 bis 44363
und (R1100RT) 40968 bis 41024


Vor die Alternative gestellt die Batterie der Transalp auszubauen um sie am Ladegerät aufzuladen oder einfach 20 Minuten mit dem Motorrad zu fahren, habe ich mich für letzteres entschieden. Sie sprang willig an und ich hatte allerhand Spaß mit ihr die gewohnten Sträßchen im näheren Umfeld entlang zu fahren. Die 20-Minutenfahrt erstreckte sich letztlich doch auf fast eine Stunde.

Zuhause angekommen entschied ich mich spontan noch auf die dicke BMW zu steigen und exakt die gleiche Strecke gleich nochmal mit ihr zu fahren.
Ich kann nicht sagen, dass ich wesentlich weniger Spaß gehabt habe, aber das Gefühl ist ein völlig anderes. Mit der BMW fahre ich grundsätzlich schneller (ich merke immer erst später, dass ich schon so schnell bin), bremse massiv ab und bewege mich in den Kurven erheblich unsicherer als mit der Transalp. Mit letzterer bin ich viel geschmeidiger und gleichmäßiger unterwegs.

Erneut kam mir das Kurvenverhalten der BMW eher schwammig vor. Sie schwingt gewissermaßen nach in Kurven, weil sie so weich gefedert ist. Die Transalp bewegt sich dagegen wie auf Schienen. Dabei hat sie ja noch längere Federwege. Vielleicht liegts ja an der Gewohnheit.

Es sind eben doch Motorräder für ganz unterschiedliche Einsatzbereiche. Wenn ich beide behielte, käme die Transalp künftig auf kürzeren engeren Strecken zum Einsatz und die BMW auf Langstrecken mit Autobahn- und Schnellstraßenabschnitten.

Samstag, 26. November 2016

Die ersten Kilometer

(R1100RT) Kilometer 40802 bis 40874
und 40874 bis 40968

Mittwoch habe ich das Maschinchen abgeholt und bin damit die 70 Kilometer nach Hause äußerst vorsichtig und skeptisch gefahren. Das enorme Gewicht, eine gewisse Trägheit beim Lenken und die Kraftentfaltung aus diesem bullernden Boxermotor haben mich leichtgradig eingeschüchtert. Der anfängliche Respekt vor diesem Schiff ist nicht geringer geworden sondern hat sich eher in ein ungutes Gefühl von Überforderung verwandelt.

Zuhause angekommen war Rudi, mein Nachbar, der mich vor zwei Jahren ja zum Wiedereinstieg ins Motorradfahren verleitet hat, gleich Feuer und Flamme und schwang sich auf die Maschine zu einer Probefahrt. Die verlief auch einigermaßen zufriedenstellend. Lediglich an der Lenkung hatte er etwas auszusetzen. Entweder sei das Lenkkopflager zu stramm eingestellt oder es fehle Luft im Vorderrad.


Heute nun habe ich - nachdem ich meinen Motorradstellplatz neu arrangiert habe damit beide Maschinen im Trockenen stehen - selbst eine längere Fahrt unternommen. Wieder ist mir diese schwergängige Lenkung aufgefallen und ich habe - weil ich selbst ja auch etwas träg bin - erst nach etwa 50 Kilometern in Horb endlich mal die Luft geprüft. Es fehlten tatsächlich 0,7 bar im Vorderrad. Seit das wieder prall ist lenkt sich die schwere Maschine fast leichter als die Transalp.



Von Horb aus bin ich dann auf der Autobahn nach Herrenberg gefahren und habe dabei erschreckende Geschwindigkeiten erreicht. Es ist mit der BMW so, dass ich dort, wo ich mit der Honda 100 fahre, erst bei 120 auf den Tacho schaue. Auf der Autobahn ist die Reisegeschwindigkeit noch viel höher. Ermüdung, Rückenschmerzen oder Kribbeln in der rechten Hand, wie ich das von der Transalp her kenne, bleiben aus.

Gestern noch war ich so skeptisch, dass ich den Verkauf der BMW im Sommer zugunsten der Transalp in Betracht gezogen habe. Heute rückt der Verkauf der Transalp wieder viel weiter in den Bereich des Möglichen.

Ich bin mir nicht recht klar, ob ich die zusätzliche Sicherheit der BMW mit ihren guten Bremsen nicht mit einem zusätzlichen Risiko aufgrund der höheren Geschwindigkeiten bezahle. Spaß macht die Maschine aber schon sehr.

Mittwoch, 16. November 2016

Wechselstimmung

Nachdem ich nun seit ziemlich genau 2 Jahren und ca. 16.500 Kilometer mit der Transalp unterwegs bin zeichnet sich ein Wechsel ab. Es ist nicht so, dass mir die 50 PS der "Reiseenduro" zu wenig sind. Sie reichen problemlos. Was mir mehr Sorgen macht ist in erster Linie die schlappe Bremsanlage und der Wartungsaufwand mit der Kette.

Es hat sich gezeigt, dass ich mit so einer schweren Maschine ohnehin keine Schottersttraßen fahre (ganz abgesehen davon, dass die in unseren Breiten rar sind). Zudem fahre ich auf meinen häufigsten Fahrten - denen zur Arbeit und zurück - überwiegend Schnellstraße. Eine "richtige" / "erwachsene" Reisemaschine muß her. Ich habe mich für diese entschieden:


Die bessere Bremsanlage mit den beiden Scheibenbremse am Vorderrad muss künftig dann aber auch 90 PS und ca. 80 Kilo mehr bewältigen. Zu diesem Zweck wird sie von ABS unterstützt. Die Kardanwelle kommt sicher auch nicht gänzlich ohne Wartung aus, aber die gestaltet sich vermutlich etwas weniger aufwändig. Sorgen machen mir Berichte von Getriebeproblemen bei diesen Maschinen. Ich bin gespannt, ob ich davon auch betroffen sein werde.

Sobald die Witterung es zulässt hole ich das Maschinchen ab. Es hat gerade einmal 41.000 Kilometer zurückgelegt und quasi neue Reifen. Der Vorbesitzer läßt es angemeldet und vertraut mir, dass ich es, nachdem ich es hier habe, umgehend ummelde. Das mache ich selbstverständlich. Ich sehe schon mit leichtem Bangen und froher Erwartung der etwa einstündigen Fahrt entgegen.


Was ich mit der guten alten Transalp mache weiß ich noch nicht. Ich muss sie nicht gleich verkaufen. Müssen muss ich erfreulicherweise überhaupt nicht. Aber es wäre wenig vernünftig zwei Motorräder zu betreiben. - Sind Motorräder vernünftig?

Sonntag, 30. Oktober 2016

Fahrt im Rudel


Es ist schon wieder drei Woche her, dass ich mich erstmalig einem Motorradrudel angeschlossen habe. Andreas hatte vorgeschlagen, dass wir Sonntag gemeinsam etwas unternehmen. So kam es, dass ich mich mittags am Sudhaus mit drei BMW-Fahrern (Andreas, Jürgen, Gunter) traf. Da ich das Wasserschloss Glatt als Ziel ins Gespräch gebracht hatte beschloss man mich mit meinem japanischen Motorrad voraus zu schicken. Ich führte also die Kolonne an und unser Weg führte uns zunächst nach Haigerloch. Dann - parallel zum Neckartal - nach Sulz und von da aus zur Brücke nach Glatt, wo wir feststellen mussten, dass die Straße aufgrund von Bauarbeiten gesperrt ist. Wir disponierten um und steuerten Horb an. Da gabs dann Kaffee und Kuchen. und von da aus gings wieder nach Hause.


Das war eine nette gemeinsame Unternehmung, die ich in der Kombination gerne mal wiederholen würde. Das Vorausfahren war allerdings etwas mühsam. Man fährt zu 50% mit Blick in den Rückspiegel. Beim Überholen muss man für drei weitere Fahrzeuge mitdenken und das Überholen auch nur kleiner Autokolonnen ist nahezu ausgeschlossen weil die Gruppe dadurch getrennt wird.




Sonntag, 11. September 2016

Bauernhofmuseum in Ödenwaldstetten

Kilometer 42880 bis 42968



Auf meiner Erkundungsfahrt vorletzte Woche bin ich an einem Bauernhofmuseum vorbei gekommen, das ich nicht kannte. Diese Form der Pflege von Lokalkultur und -geschichte finde ich immer wieder spannend. Deshalb habe ich heute Vormittag eine Spritztour nach Ödenwaldstetten unternommen.

Zuerst habe ich allerdings einen Blick auf die Homepage des Museums geworfen und mit Schrecken festgestellt, das dort heute das jährliche Museums- und Dorffest stattfindet. Fast hätte ich meine Fahrt wieder abgeblasen, aber dann habe ich entschieden so früh wie möglich dahin zu fahren.

Auf die Weise konnte ich noch vor dem großen Publikumsandrang alles anschauen und mich mit den ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern unterhalten, die unterschiedlichste Gewerke (von Zuckergebäckherstellung über Sahneschlagen und Schuhmacherei bis hin zur Schmiede) präsentierten.

Sie waren zwar zumeist noch mit Aufbau beschäftig aber durchaus willig ihr Handwerk zu erläutern. Der Schuhmacher wollte z.B. wissen warum Motorradschuhe aus den 20er Jahren lang und steif und moderne eher kurz gehalten sind. Wir haben uns das so erklärt, dass an alten Motorrädern keine Fußschaltung vorhanden war.



Auf der Rückfahrt habe ich das von Motorradlärm gebeutelte Lautertal gemieden und bin stattdessen über die Hochflächen gefahren. Zur Mittagszeit, als es heiß wurde, war ich wieder zuhause.


Das Motorrad sollte baldmöglichst wieder mal zur Inspektion. Die ist jetzt knapp 1000 Kilometer überfällig. Ich befürchte allerdings, dass sie mir dann gleich wieder eine Kettensatz montieren. Ich habe als der neu war zu selten Kettenöl aufgesprüht, so dass die Kette an einzelnen Gliedern schon wieder zu steif ist. Ein neuer Hinterreifen ist auch fällig.

Mittwoch, 31. August 2016

Recherchefahrt

Kilometer 42384 bis 42521

Für eine für morgen geplante Paddeltour auf der Großen Lauter habe ich mich mal dort im Lautertal mit dem Motorrad herumgetrieben und habe Ein- und Aussatzstelle sowie die altbekannte knifflige Stelle bei einem Gehöft mit dem klingenden Namen "Im Bürzel" angesehen.


Die Landschaft der Schwäbischen Alb und besonders das Lautertal haben mir diesmal wieder richtig gut gefallen. Weniger gut gefielen mir die Transparente, die endlich ein Verbot von Motorrädern in diesem Tal fordern. Ich war ja schon häufiger dort und kann nachvollziehen, dass die Lärmbelastung bei gutem Wetter und besonders an Wochenenden entsetzlich sei muss. Ich habe mich bemüht leise und langsam zu fahren. Das machen offenbar nur wenige. Viele Maschinen werden ja auch so konstruiert, dass ersteres gar nicht möglich ist.


Morgen werden wir dort also eine Bootstour unternehmen - so wie viele andere auch. Mit den kleinen Unterschied, dass wir unsere Boote selbst mitbringen und allerhand Paddel- und Ökologieschulungen hinter uns haben. Die können die zahllosen Touristen, die da in Plastikleihbooten herumdümpeln nicht nachweisen. Entsprechend verhalten sie sich. Kein Wunder, dass das Paddeln auf der Großen Lauter an den Wochenenden verboten ist. Was spricht wohl dagegen, dass auch fürs Motorradfahren durchzusetzen?

Montag, 15. August 2016

Graue Busse


Schon im April 2015 war ich eher zufällig zur Gedenkstätte Grafeneck gefahren. Im Juni wollte ich mir dann in Zwiefalten das Mahnmal der Grauen Busse ansehen, an dem ich vorher eher achtlos mehrere Male im Auto vorbei gefahren war. Es stellte sich heraus, dass dieses Mahnmal eine Art "Wandermahnmal" ist, das gegenwärtig in Winnenden zu finden ist.

Dort bin ich nun letzte Woche auf einer Fahrt in Stuttgarts Norden vorbei gefahren und habe mir das vierteilige Mahnmal angeschaut. Es symbolisiert einen der grauen Busse, in denen Menschen mit geistiger Behinderung in das Vernichtungslager Grafeneck befördert wurden.


Das Denkmal der Grauen Busse wird sowohl entlang der Verwaltungswege der Vernichtungsaktion als auch der historischen Fahrstrecken der Todesbusse aufgestellt. Das Konzept, das dieser Kunstaktion zugrunde liegt, wird in diesem Text anschaulich beschrieben. Mich hat das sehr beeindruckt.

Freitag, 12. August 2016

Zum Kaffeetrinken nach Italien

Kilometer 40756 bis 40925


Am Mittwoch setzten wir in Slowenien mit Paddeln aus. Die meisten unternahmen eine Wanderung, andere blieben auf dem Campingplatz, ich setzte mich aufs Motorrad und holte die verpasste Fahrt über den Pass von Zaga nach Italien (Sedlo Učja) nach. Diese Fahrt war eher unspektakulär. Der Pass ist nicht besonders hoch, die Straße schmal und eher sanft gewunden. Ich genoss die Fahrt, hielt mich anschließend ein wenig in der italienischen Tiefebene auf und fuhr dann zurück nach Bovec.




Von da aus fuhr ich weiter hinauf ins Sočatal. Vorbei an der Sočaquelle bis hinauf auf die Passhöhe des Trentapass (der heißt auf Slowenisch "Vršič" und wurde im Ersten Weltkrieg von russischen Kriegsgefangenen gebaut). Ungefähr die Hälfte der 50 Kehren, die dieser Pass bereit hält fuhr ich also bergauf, drängelte mich oben mit zahllosen anderen Passbezwingern, ...
...zwischen deren Fahrzeugen Schafe herumliefen und -lagen und allerhand Dreck hinterließen und machte mich alsbald wieder auf den Rückweg weil mir das Gedrängel zu unangenehm war (die Betreiber der Passhöhe wollten überdies unverschämte 1,50 € fürs Parken, was ich durch eine zügige Flucht abwenden konnte).


Mein Weg führte mich zurück an die Soča, an der ich an einer Schlüsselstelle, dem "Bunkerschwall" Halt machte.Dort beschäftigte sich eine Paddlergruppe aus Hannover damit den Niedrigwasser führenden Schwall ohne zu große Schäden an Boot und Paddlern zu bewältigen. Es rumpelte oftmals lautstark als die PE-Boote teils heftigeren Kontakt mit Felsen bekamen. Ich entschied mich dafür weiter zu fahren und meinen Paddelfreunden eine Befahrung dieses Schwalls bei dem Pegel nicht zuzuraten.

Auf dem Rückweg nahm ich noch eine schmackhafte Mahlzeit Chevapchichi in einem Lokal in Chesoča zu mir, in dem die Paddeljugend an ihrem Abschlusstag speisen sollte, an dem ich ja nicht mehr dabei war. 


Slowenien

Kilometer 40095 bis ca. 41700

Meine erste Motorradreise nach über 30 Jahren habe ich vorsichtigerweise in zwei Etappen aufgeteilt, Dass das eine gute Entscheidung war hat sich bei der einteiligen Rückreise bestätigt. Nach mehreren Stunden Fahrt kann man auf der harten Sitzbank des Motorrads kaum mehr sitzen.

Meine erste Etappe führte mich an einem Freitagvormittag nach Bayrischzell zur Jugendherberge Sudelfeld, wo ich - nach einen Ausstellungsbesuch in Rosenheim - am Nachmittag eintraf. Die Anfahrt über Landstraßen war etwas mühsam aber doch angenehmer als monotones Autobahnfahren. Je näher ich dem Alpenvorland kam, desto dichter wurde der Verkehr, da ich bedauerlicherweise den ersten Ferientag Bayerns erwischt hatte.

Wie auch immer - ich kam guter Dinge an, bekam mein Einzelzimmer (das ich vorab gebucht hatte) und verbrachte - nach einem üppigen Abendessen und längeren Spaziergang - einen ereignislosen Abend in den Voralpen, den ich außerordentlich genoss.


Am anderen Morgen brach ich vor dem Frühstück auf und steuerte durch die Nordalpen in Richtung Lienz. Unterwegs merkte ich, das mein Abblendlicht nicht mehr funktionierte. Ich fuhr ab da bei Tageslicht mit Fernlicht. Nachts überhaupt nicht.

Von Bruck aus beginnt die Großglocknerhochalpenstraße, deren Befahrung ich schon seit langem geplant hatte. Es ist nicht ganz einfach sie zu finden weil sie schlecht ausgeschildert ist. Irgendwann - noch am einigermaßen frühen Vormittag - bezahlte ich die unverschämt hohe Maut (25,- €) und arbeitete mich bergauf Richtung Passhöhe. Dabei waren zahllose Fahrradfahrer zu überholen, die die kühle Morgenluft ebenfalls nutzten und ich bekam es mit allerlei Motorradfrühstartern zu tun, die die Strecke als Rennstrecke betrachten. Nicht wenige von ihnen verbringen den ganzen Tag (für den sie ja die Maut bezahlt haben) auf der Straße. Sie brausen immer wieder hoch und runter. Es gibt zahlreiche Videos dieser waghalsigen Fahrten im Netz zu bestaunen.

Etwas entnervt von diesem Massenaufkommen erreichte ich irgendwann die Passhöhe, von der aus man noch über eine gepflasterte Straße auf einen kleinen Zwischengipfel namens Edelweißspitze fahren kann. Das machte ich natürlich auch. Oben traf ich zahlreiche Autos und Motorräder an, deren Fahrerinnen und Fahrer die Aussicht und die vollbrachte Auffahrt genossen.

Ärgerlicherweise ging das Motorrad gegen Ende der Auffahrt in einigen Passkehren aus, was bei mir ernste Bedenken auslöste, die den kurzen Aufenthalt etwas überschatteten. Ich hatte Sorge, es nach meinem Aufenthalt da oben überhaupt wieder gestartet zu kriegen. Inzwischen weiß ich, dass dieser Effekt offenbar mit der dünnen Luft zu tun hat. Das Phänomen trat später nicht mehr auf.

Auf der Abfahrt nach Süden kam ich an den Schneefräsen vorbei, die den Pass im Winter frei halten. Es handelt sich um beeindruckende gewaltige Maschinen, die eine enge Gasse in den tiefen Schnee fräsen. Offenbar sind sie seit den 50er Jahren in Betrieb und es sieht so aus, als ob sie noch lange Jahre weiter arbeiten.



Die Weiterfahrt nach Slowenien führte mich noch über manch anderen Pass. Den Pass nach Zaga (Sedlo Učja) in Slowenien, den ich eigentlich fahren wollte, verfehlte ich weil ich mein Navigationsgerät falsch programmiert hatte. Stattdessen führte mich mein Weg über die Strada Provinciale 76 zum Predil-Pass über den ich irgendwann am frühen Nachmittag bei ziemlich großer Hitze mein Ziel Bovec erreichte.

Die Gesamtstrecke bis dahin betrug 661 Kilometer und es war eine gute Entscheidung diese Strecke auf zwei Tage zu verteilen.
In Bovec traf ich erste Mitstreiter für die Betreuung der Jugendausfahrt unserer Paddeljugend, denen ich mein Zelt mitgegeben hatte. Wir besichtigten den Niedrigwasser führenden Fluss und...
...stellten unsere Zelte auf. Das Motorrad platzierte ich mit dem Seitenständer auf ein Brett weil ich Sorge hatte, dass der sich bei Regen möglicherweise in den Boden bohrt und die Maschine zum Umfallen bringt. Regen hatten wir auch in der Nacht. Leider brachte er nicht genug Wasser um die Pegel der Flüsse spürbar ansteigen zu lassen.


Wir und die Paddeljugend hatten dennoch in der darauf folgenden Woche viel Spaß. Auch bei niedrigen Pegeln lassen sich einzelne Abschnitte der Soča gut paddeln. - sie weisen teils sogar interessantere Schwierigkeiten auf weil Felsen dann nicht über- sondern umspült werden.

Nach einer guten Woche verstaute ich mein Boot auf und den größten Teil der Ausrüstung im Anhänger, den die anderen dann am Folgetag nach Hause ziehen würden und machte mich im Morgengrauen auf die lange Rückfahrt, die ich in einem Stück bewältigen wollte. Das schaffte ich auch, aber mein Steißbein ließ mich diese Entscheidung schwer bereuen.

Obwohl ich immer häufiger und immer längere Pausen einlegte konnte ich gegen Ende kaum mehr auf dem Motorrad sitzen. Das erfüllte seine Aufgabe tadellos und hat sich - mit Ausnahme der Sitzqualität - in jeder Hinsicht bewährt. Ich überlege nun den Sitz aufpolstern zu lassen oder - bei längeren Fahrten - irgendwie ein zusätzliches Sitzpolster zu befestigen.

Inzwischen habe ich auch in Erfahrung gebracht, wie die Birne des Hauptscheinwerfers ausgetauscht wird. Das habe ich in Slowenien einige Male vergeblich versucht und wäre beinahe in eine Werkstatt gefahren. 

Sonntag, 17. Juli 2016

Kindheitserinnerungen

Kilometer 39372 bis 39522

Seit meinem letzten Eintrag bin ich durchaus nicht untätig gewesen - ein Blick auf den Kilometerstand offenbart, dass ich seit Anfang April über 3000 Kilometer zurück gelegt habe. Das waren jedoch sehr überwiegend Fahrten zur und von der Arbeit, über die es nun wirklich wenig zu berichten gibt.

Heute habe ich mal wieder eine dekadente Sonntagsfahrt unternommen weil ich in 14 Tagen ja mit dem Motorrad nach Slowenien fahren will und mich allmählich an längere Fahrten als die halbstündigen 40-km-Fahrten zur oder von der Arbeit gewöhnen muss.


Eher zufällig verschlug es mich - nachdem ich geraume Zeit auf der Schwarzwald-Hochstraße unterwegs gewesen war - auf die Straße nach Enzklösterle, die durch einen Ort mit dem klangvollen Namen "Poppeltal" führt. Mit diesem Ort verbinde ich schöne Kindheitserinnerungen. Da befand sich eine kleine Liftanlage zu der meine Eltern und Kinder in ein/zwei Wintern immer wieder fuhren damit wir das Skifahren erlernen konnten. So richtig gut war ich nie in dieser Kunst. Vielleicht auch weil der Skihang im Poppeltal nicht besonders viel Aufregendes zu bieten hatte. Dennoch hatten wir dort viel Spaß.


Heute befindet sich dort eine "Riesenrutsche". An diesem sonnigen Sonntag war der zugehörige Parkplatz gut befüllt. Ich hielt mich - obwohl der Biergarten durchaus einladend aussah - nicht lange auf sondern machte mich wieder auf den Rückweg.