Freitag, 31. Juli 2015

Kleine Reise

Anlässlich dringender häuslicher Arbeiten bei meiner Mutter und eines spontan frei genommenen Arbeitstags habe ich eine kleine Motorradreise über 217 Kilometer unternommen. Ich habe kleine Straßen gewählt und war deshalb durchschnittlich gerade mal knapp 57 Kilometer schnell. Deshalb bin ich auch gut Vier Stunden auf dem Motorrad gesessen und habe fest gestellt, dass das ein ideales Reisemotorrad ist, ich aber wenig reisebefähigt bin. Nach gut zwei Stunden tut mir das Kreuz weh.

Meine Streckenwahl habe ich so getroffen, dass ich Stuttgart möglichst weiträumig umfahren habe. Sie führte über kleine Nebenstraßen und ich hatte es mit wenig Verkehr zu tun. Der defekte Tacho hat mich nicht weiter gestört. Ich habe bewusster auf den Drehzahlmesser geachtet und mich bemüht meine Geschwindigkeit den Straßenverhältnissen anzupassen.

Das hat mich nicht vor einer außerordentlich brenzligen Situation bewahrt, die ich selbst zu verschulden habe.

Ich war auf einer sehr gut ausgebauten Straße kurz vor Sachsenheim unterwegs und habe nicht wahrgenommen, dass sie in eine bevorrechtigte Straße einmündet (das zugehörige Schild befand sich in der Innenkurve - ich war unaufmerksam).

So kam es, dass viel zu schnell zwei Verkehrsinseln auf mich zu kamen, vor denen ich jetzt eine Vollbremsung machte. Nun bremst die Transalp mit ihrer einen Scheibenbremse am Vorderrad nicht besonders gut (das Hinterrad blockierte sofort, was eine drei Meter lange Bremsspur verursacht hat), ich war immer noch zu schnell und wäre seitlich gegen die erste Verkehrsinsel gedriftet, hätte ich nicht im letzten Moment den Lenker umgerissen und wäre von der Bremse gegangen um einigermaßen kontrolliert geradeaus zwischen den Verkehrsschildern hindurch über die beiden Verkehrsinseln zu poltern. Ein Glück, dass die Transalp so etwas mitmacht - eine Straßenmaschine mit weniger Federweg hätte die hohen Bordsteinkanten nicht unbeschadet überwunden, und noch viel glücklicher: dass die Lücken zwischen den Schildern groß genug waren und dass in dem Augenblick kein Auto auf der bevorrechtigten Straße unterwegs war, auf die ich nun ziemlich rasant einschwenkte.

Ich habe erst mal auf dem nächsten Feldweg angehalten, habe mein Motorrad nach der poltrigen Überfahrung der Verkehrsinseln auf Schäden inspiziert, bin dann zurück gefahren um mir klar zu werden, wie das passieren konnte, und musste einsehen, dass ich das voll und ganz selbst zu verschulden habe weil ich nicht aufgepasst hatte.

Die klare Konsequenz ist, dass ich noch achtsamer sein muss. Eine weitere Konsequenz könnte die Anschaffung eines Navigationsgeräts sein, das ja jeden Abzweig mit einer Distanzangabe anzeigt. Die Konsequenz wegen eines solchen Vorfalls das riskante Motorradfahren ganz bleiben zu lassen ging mir natürlich auch durch den Kopf. Mit dem Auto wäre diese Situation - wenn der Blick aufs Navi sie nicht schon anfangs vereitelt hätte - nicht ohne erheblichen Schaden an Fahrgestell, Karosse und Beschilderung geblieben. So bin ich letztlich mit einem lehrreichen Schock zurückgeblieben, in den sich eine gewisse Befriedigung über die glückliche Bewältigung der Situation mischt. "Glück" hat dabei eine wirklich große Rolle gespielt.

1 Kommentar:

  1. Mensch, Axel, das hätte leicht daneben gehen können. Ein Navi wird Dich vor gefährlichen Situationen auch nur bedingt schützen, denn Verkehrsführungen werden ja auch schon mal geändert. Da hilft nur konzentrierte Fahrweise. Passieren kann immer was, aber Du hast offensichtlich toll reagiert und Dein Mopped hat die Aktion mit gemacht und gut verkraftet (ich glaube, mit meiner Harley hätte ich da alt ausgesehen...).

    AntwortenLöschen