Montag, 29. Dezember 2014

Kleiner Winterschlaf

Vor dem angekündigten Kälteeinbruch habe ich die Batterie ausgebaut und in der Werkstatt eingelagert. In diesem Jahr wird es wohl nichts mehr mit Motorradfahren. In der Nacht hatten wir Temperaturen um die -15°C. Ich hoffe sehr, dass der Vorbesitzer des Motorrads Frostschutzmittel in die Wasserkühlung gekippt hat. Um heraus zu bekommen ob es einen Schaden gegeben hat werde ich eine Wanne unter den Motor und Kühler stellen. Wenn die sich bei Tauwetter mit Flüssigkeit füllt habe ich ein Problem.


Samstag, 20. Dezember 2014

Esslinger Weihnachtsmarkt

Kilometer 28177 bis 28272

Heute habe ich spontan bei ziemlich genau 5°C eine längere Fahrt nach Esslingen zum Weihnachtsmarkt unternommen um mich dort mit einer Freundin und ihrer Familie zu treffen.
Auf der Hinfahrt habe ich mich mangels Navigationsgerät zweimal verfahren obwohl ich mir die Route fein säuberlich aufgezeichnet und am Lenker mittels Klebeband befestigt hatte.


In Esslingen selbst war ich freudig überrascht, wie einfach es mit so einem Motorrad ist, einen legalen Parkplatz zu bekommen. Diesmal habe ich auch einmal dran gedacht das Maschinchen zu fotografieren und die Routenaufzeichnung ein- und auszuschalten (und während der Zeit auf dem Weihnachtsmarkt auf "Pause" zu stellen).

5°C sind doch recht frisch und sie reichen auch bei ein wenig Sonnenschein am Vormittag nicht gänzlich aus um die nassen Straßen zu trocknen. Für mich ist das vorläufig die Minimaltemperatur unter der ich nicht Motorrad fahren will.

Donnerstag, 18. Dezember 2014

Nieselregenfahrt rund um den Rammert

Kilometer 28124 bis 28177


Da es wider Erwarten trocken war und die Temperaturen fortwährend mild sind (10°C) habe ich mich heute zur Mittagszeit noch einmal aufs Motorrad geschwungen und bin Richtung Neckartal gefahren. Ärgerlicherweise fing es dann aber bei Rottenburg an zu nieseln. Ich bog links ab und umrundete quasi den Rammert, einen bewaldeten Höhenzug der sich unterhalb Tübingens südöstlich des Neckars entlang zieht.

Diesmal hatte ich ein Gerätchen dabei, das in der Lage ist die genaue Strecke aufzuzeichnen. So muss ich sie nicht immer mühsam am Computer rekonstruieren. Die aufgezeichneten Daten verraten noch mehr: Ich war an einer Stelle fast 150 Kilometer schnell (was verwerflich ist) und ich hatte eine Durchschnittsgeschwindigkeit um die 55 km/h (das ist okay).

Bei Ofterdingen war ich noch einmal tanken. Nachdem ich seit dem letzten Mal ca. 225 Kilometer gefahren bin musste ich 10,5 Liter Benzin nachfassen. Der Durchschnittsverbrauch liegt bei meinen relativ kurzen Fahrten jetzt also knapp unter 5 Litern. Mit den 18 Litern Tankinhalt kommt man also maximal 400 Kilometer weit.

Der Nieselregen hielt an, aber nachdem ich - nach ca. einer Stunde wieder zuhause ankam war ich Dank der vortrefflichen modernen Motorradkleidung trocken und warm.

Sonntag, 14. Dezember 2014

Erinnerungen


Heute haben wir einen grauen nassen Tag. Nieselregen fällt. Ich beschäftige mich damit, meine Werkstatt aufzuräumen und finde bei der Gelegenheit eine Kiste mit alten Bilderrahmen. In einem davon ist ein Bild meines alten Motorrads. Zum Zeitpunkt der Aufnahme hatte das Maschinchen schon seinen zweiten Motor (der erste war wenige Wochen nach dem Kauf kollabiert).

Korsika 1986
Mit dem Motorrad habe ich einige Reisen unternommen, bei denen ich regelmäßig nach ein/zwei Stunden Fahrt Rückenschmerzen bekommen hatte. Der Chopper war eindeutig zu niedrig für meine Körpergröße. Als ich mich Mitte der 80er Jahre vom Motorradfahren abwandte verkaufte ich das Motorrad und schaffte mir vom Erlös eines der ersten Montainbikes an, die damals gerade aufkamen.

Samstag, 13. Dezember 2014

Nachmittagsfahrt am Samstag

Kilometer 28068 bis 28124

Am Samstagnachmittag - nach einer längeren Bootstour - unternahm ich gleich noch eine weitere Motorradfahrt weil für die kommenden Tage Regen angesagt ist und ich so schnell nicht wieder dazu komme "sinnlos durch die Gegend" zu brausen. Nein, in Wirklichkeit unternehme ich diese Fahrten ja im Dienste der Verkehrssicherheit...

Nicht ganz zufällig führte mich meine Fahrt durch das kleine Dorf, in dem ich während meines Studiums gelebt habe, und von dem aus ich vor über 25 Jahren häufig mit dem Motorrad nach Tübingen gefahren bin. Die beiden alten Bauernhäuser, in denen ich dort jeweils einige Jahre gewohnt habe sind inzwischen durch Neubauten ersetzt worden.

Ich war - wie sich jetzt herausstellt weil ich mich erst verrechnet habe - 56 Kilometer unterwegs und etwa eine Stunde weg.

Meine 15,-€-Motorradstiefel sind eingetroffen und passen wie angegossen. Die Beteuerungen des Verkäufers, er habe sie nur zwei-/dreimal angehabt, erscheinen mir plausibel. Sie sind in Ordnung.

Der Helm drückt weiterhin. Ich muss am linken Hinterkopf irgendwelche Polster weich klopfen oder heraus nehmen. Wenn das nicht klappt ist ein anderer Helm fällig.

Ausgedehnte zweite Probefahrt

Kilometer 27966 bis 28068

Meine zweite Fahrt führte mich am Freitag über einen kurzen Abschnitt im Norden - ein Teil meines täglichen Arbeitswegs - nach Südwesten bis nach Münsingen.

(Keine Sorge, ich werde hier nicht jede Fahrt dokumentieren -schon gar nicht die Fahrten zur Arbeit - aber solange das alles noch neu für mich ist schreibe ich "Motorradlogbuch")

Da nahm ich dann wahr, dass es auf der Schwäbischen Alp durchaus kalt sein kann, wenn es bei uns in Tübingen um die 8° hat. Es lagen Schneereste am Wegesrand und der Waldboden war weiß. In diesen letzten Drittel meiner Fahrt musste ich mir eingestehen, dass ich als Anfänger lieber nur kurze Touren unternehmen sollte und gelegentliche Pausen wohltuend sind (insbesondere wenn der Helm drückt). Ausgerechnet jetzt bewegte ich mich auch auf Straßen, die ich vom Autofahren her nicht kannte.

In Reutlingen kam ich an einem Motorradgeschäft vorbei, das ich mir näher ansehen wollte. Beim Absteigen vergaß ich den Seitenständer auszuklappen. Beinahe wäre mir das Maschinchen bei der Gelegenheit umgekippt. Ich brauche noch ein wenig Praxis...

Freitag, 12. Dezember 2014

Ausrüstung

So ein Motorradkauf hat ja Folgekosten. Man benötigt allerhand Gerümpel. Ich werde zwar nicht müde zu betonen, dass ich noch in meine bald 30 Jahre alte Lederkombi hinein passe, muss aber wahrnehmen, dass die heutigen sicherheitsstandards offenbar überhaupt nicht gerecht wird.

Denn die preisgünstige Nylonhose, die ich mir da bestellt habe hat schon zahlreiche Schaum- und Abriebpolster, die die alte Lederhose nicht zu bieten hat. Bei der Hose handelt es sich um mein bisher teuerstes Ausrüstungsstück.

Dann habe ich mir einen gebrauchte Motorradjacke für 25,-€ gekauft, in der allerlei Protektoren eingenäht sind, die die alte enge Lederjacke nicht zu bieten hat.

Einzig meine alten Lederhandschuhe benutze ich. Die haben sich bewährt.

Nach brauchbaren Stiefeln habe ich auch Ausschau gehalten und weil ich diesbezüglich nicht besonders pingelig bin wurden nun (kaum) gebrauchte für 25,-€ erworben, die vermutlich morgen eintreffen Solange behelfe ich mir mit einem Paar Wanderstiefel, was ja zur Enduro passt aber für etwas Frösteln an den Waden sorgt weil sie nicht über die Motorradhose reichen, die - obwohl sie von vorne herein überraschend gut gepasst hat - etwas kurz geschnitten ist.

Ach ja, am wesentlichsten: Ein vernünftiger Helm musste her. Den habe ich schon vor dem Motorrad gekauft. Die Tochter einer Kollegin hatte eine unglückliche Liebschaft mit einem Motorradfahrer. Der bei dieser Gelegenheit erworbene Integralhelm sollte den Haushalt verlassen. Ich habe ihn für 20,-€ übernommen und von zahllosen werkseitig angebrachten flammenförmigen Aufklebern befreit. Er wird möglicherweise das erste neue/alte Ausrüstungsstück, das ich ersetze.  Er drückt an der Stirn und am Hinterkopf (links).


Die beiden alten Helme, die bei mir noch rumliegen (vom Motorroller und aus einer schwedischen Requisitenkammer) werden wohl rumliegen bleiben. Sie sind für den Einsatz auf einem richtigen Motorrad nicht geeignet.

Erstaunlich finde ich, dass diese Motorradausrüstung so billig ist. Ich komme ja vom Paddelsport her, wo man sich für vernünftige Ausrüstung dumm und dämlich bezahlt. Vielleicht kann ich ja nur noch nicht richtig einschätze, was "vernünftige" Ausrüstung im Motorradbereich ist.

Anmeldung und erste Fahrt

Kilomter 27939 bis 27966

Am Mittwoch habe ich nun endlich das Motorrad angemeldet nachdem ich schon in der vergangenen Woche die Versicherungsunterlagen beschafft hatte. Da war ich auch schon auf dem Landratsamt, hatte aber das alte Nummernschild nicht dabei. Sie wollen das Amtssiegel selber abkratzen...

Am Donnerstag schließlich habe ich eine gebrauchte Motorradjacke bekommen (einen Helm und eine gute Hose hatte ich bereits vorher beschafft) und aufgrund der freundlichen Witterung (8°) spontan beschlossen eine erste Probefahrt zu machen.

Anschließend habe ich mich im Transalp-Forum angemeldet und mich mit meiner Heldentat wichtig gemacht:


Ich fand nette Aufnahme in dem Forum und werde da allmählich meinen Wissensdurst stillen. Ich rätsele z.B.warum der große Luftauslass in der rechten Seitenverkleidung mit einem Gitter geschützt ist während der linke keins hat. Aber danach frage ich erst, wenn ich mich mal ein Weilchen eingelesen habe.


Ach ja, meine knapp 25 Kilometer habe ich zunächst in einer Karte dokumentiert. Das mache ich künftig nicht jedesmal.

Donnerstag, 11. Dezember 2014

Motorradkauf

Es ist inzwischen schon drei Wochen her. Nach längerer Suche allerlei Abwägen dem eine oder anderen freundlichen oder auch besorgten Ratschlag und schließlichem Verwerfen jeglicher Vernunftüberlegungen habe ich mir ein Motorrad gekauft.

Eine Transalp (genauer: Honda XL 600 VT) aus dem Jahr 1996 mit 27000 Kilometern auf dem Tacho und quasi keinen Abnutzungsercheinungen. Jedenfalls keine, die ein Laie wie ich wahrnehmen könnte.

Ich hatte vermieden irgendwelche Motorradfahrenden Freunde in die Pflicht zu nehmen. Nichts gefährdet eine Freundschaft mehr als ein guter Ratschlag, der sich im Nachhinein als schlechter Rat entpuppt. Ich wollte selbst verantwortlich sein für diesen Kauf.

Am Samstag sah ich mir zwei Maschinen an. Für die zweite aus Heidenheim an der Brenz entschied ich mich obwohl sie gut 10000 Kilometer mehr auf dem Tacho hatte aber 4 Jahre jünger war, "Wie neu" aussah und nicht so komisch beim Einfedern des Vorderrads knirschte.

Am Sonntag lieh ich mir von Andreas einen Anhänger, fuhr von meinem Heimatort (Tübingen) über die neblige Ostalp, auf der die Bäume von einer dicken Eisschicht bedeckt waren, nach Heidenheim und holte die Maschine im Tausch gegen ein dickes Bündel Geldscheine aus mehreren Geldautomaten ab.


Auf dem Rückweg machte ich noch schnell ein Bild der Fuhre, dass ich gleich Andreas schickte (er sandte im Gegenzug ein Bild vom Paddeln auf dem Neckar (in einem meiner Boote).

Die ganze Fahrt über hatte ich dieses Motorrad nun im Rückspiegel und rätselte ob ich wohl ernstlich bei solch einer Witterung jemals auf diese Katze im Sack steigen und damit über Landstraßen und Autobahnen fahren würde.